Singend und gesellig ins neue Jahr in Dahme

In Dahme stand der Jahreswechsel im Zeichen von Musik und Geselligkeit. 40 Sänger trafen sich zur Singewoche. Am Neujahrstag präsentierten sie, was sie gelernt haben.

„Das neue Jahr ist da“, erklingt es aus 40 Stimmen gleichzeitig. Auf dem Klavier spielt Pianist Martin Klemenz passend dazu die Melodie des Radetzky-Marsches. Nicht nur beim Neujahrskonzert der berühmten Wiener Philharmonie ist das Stück von Johann Strauss Vater Pflicht. Auch in Dahme wird der Jahreswechsel seit nunmehr 23 Jahren musikalisch begangen. „Lieder zum neuen Jahr gibt es bergeweise“, sagt Lothar Kirchbaum, der den Chor leitet. „Aber einige müssen wir einfach immer wieder singen.“

 

Erinnerung an verstorbenen Singewoche-Begründer

Bis vor drei Jahren war Kirchbaum Singwart der evangelischen Landeskirche; inzwischen ist der 66-Jährige zwar pensioniert aber nicht weniger engagiert, wenn es um den „Klingenden Jahreswechsel“ in Dahme geht. Knapp 40 Vollblutmusiker verbrachten ab dem 28. Dezember den Rest des Jahres gemeinsam. Immer vormittags wie nachmittags wurde geprobt.

Das theologische Thema lautete dieses Mal „Meine Zeit in Gottes Händen“. Wie vergänglich das Leben ist, mussten die Sänger und der Chorleiter 2018 schmerzlich erfahren. Denn Kirchbaums Vorgänger Volker Ochs, einst Kantor in Dahmes, verstarb im Oktober. Mit dem Konzert wollten sie auch ihn ehren. Doch zweieinhalb Tage Zeit, um ein einstündiges Programm einzuüben: Das ist auch für erfahrene Musiker eine Herausforderung – gerade weil in Dahme alljährlich ein neuer Chor zusammentritt. „Einige Sänger kommen seit vielen Jahren“, berichtet Kirchbaum, „aber wir haben auch immer neue Sänger dabei.“ Ganz ungeübt sind die Laien nicht. Alle sind passionierte Chormitglieder. „Manche bringen ihre Ehepartner mit“, verrät Kirchbaum.

Arbeit für die Stimme, Entspannung für die Seele

Denn bei der Singewoche geht es um mehr als nur die Vorbereitung für den krönenden Abschluss am Neujahrstag. „Die Gruppe ist eine sehr enge Gemeinschaft“, erzählt Kirchbaum, „wir verbringen auch die Abende gesellig beisammen.“ Langweilig wird es dabei nicht. Denn die Chormitglieder sind auch ohne Noten und Text vor der Nase kreativ. „Ein Unterhaltungsprogramm braucht man nicht vorzubereiten. Das entsteht ganz von allein.“ Mit Sketchen, Volksliedern und Tänzen vertreiben sich die Sänger die Zeit bis zum Konzert am Neujahrstag.

Allzu lang werden die Nächte bei der Singewoche in Dahme zwischen Weihnachten und Silvester aber nie. „Denn jeden Tag zu singen, ist ein gutes Stück Arbeit und anstrengend für die Stimme“, erklärt Chorleiter Kirchbaum, „das funktioniert nur mit einem ausgeruhten Körper.“ Angestoßen wurde in der Silvesternacht aber trotzdem. „Nach der Andacht darf es auch mal ein Glas Sekt sein“, verrät Kirchbaum.

von Victoria Barnack - erschienen in der MAZ am 01.01.2019

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