Singen macht glücklich

cornelia ewald

„Singen macht glücklich“, ist Cornelia Ewald überzeugt. In den letzten Jahrzehnten sei vernachlässigt worden, wie wichtig Gesang sei, sagt sie. Doch langsam besinne man sich wieder darauf. Cornelia Ewald ist seit Oktober 2016 Landessingwartin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Noch ist sie dabei sich in die neuen Aufgabeneinzuarbeiten, zu sammeln und zu sortieren. Sie sucht Mitstreiter für neue Projekte, denn sie hat viel vor. So möchte sie die Kinderchorleiterinnen und -chorleiter vernetzen und Fortbildungen für sie anbieten. Schon unter ihren Vorgängern gab es regelmäßig  Singwochen, die sie weiterführen möchte. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Singen mit Kindern.

Aber was genau ist nun eine Singwoche?

Es ist eine aus dem Alltag ausgesonderte, eine ganz besondere Zeit. Man trifft sich an einem geeigneten Ort, um eine Woche lang gemeinsam zu leben, zu singen, zu musizieren, fröhlich und auch ein wenig fromm zu sein. Neben den Chor- und manchmal auch Instrumentalproben gibt es Andachten als Zeiten zum Innehalten und als Angebot geistlicher Nahrung. Ferner gibt es die gesellig gestalteten Abende (Spiel-, Tanz-, Film-, Literatur & Musik-, Hausmusikabend …..) Am Ende stehen Gottesdienste und/oder Abschlusskonzerte.

„Weh dem Lande, wo man nicht mehr singt!“,

so ruft der deutsche Dichter Johann Gottfried Seume (1763-1810) In seinem Gedicht „Die Gesänge“ aus dem Jahre 1804 aus. Im allgemeinen Gedächtnis haftet wohl aus diesem Gedicht die Zeile: „Wo man singet, lass dich ruhig nieder.“ Der Volksmund hat sie allerdings falsch vervollständigt, indem er reimt: „Böse Menschen haben keine Lieder.“ Wir müssen nicht weit in der deutschen Geschichte zurück gehen, um am Wahrheitsgehalt dieser Aussage begründet zu zweifeln. Seumes Originalformulierung ist zwar sprachlich schöner, inhaltlich jedoch ebenso anfragbar:




Tischgebete

Ob schwarz, ob weiß, ob Pumpernickel,
ob Sesam, Mohn, ob andre Pickel,
ob Brötchen, Brotlaib oder Fladen,
wie kärglich wär‘ das Mahl geraten,
wenn wir dich missen müssten: Brot!
Dass wir dich haben: Dank sei Gott!
So stillt er unsres Leibes Not,
der Seele ist er selber Brot. 
Amen!